Sehr geehrte Frau Bettina Dickes, es gibt Momente in der Politik, die kommen leise daher – und entfalten dann doch eine bemerkenswerte Wirkung. Ihr Name ist gefallen. Nicht laut, nicht offiziell, aber mit genau der Mischung aus Ernsthaftigkeit und Erwartung, die man schwer ignorieren kann. Es geht um das Bildungsministerium in Rheinland-Pfalz. Nun wissen wir natürlich: Der Landkreis würde Sie schmerzlich vermissen. Ihre Präsenz, Ihre Klarheit, Ihre unverwechselbare Art, Dinge auf den Punkt zu bringen – all das hinterließe eine Lücke, die man nicht einfach so schließt. Man müsste sich neu sortieren, vielleicht sogar neu erfinden. Ein Gedanke, der vielen nicht ganz leichtfallen dürfte. Und doch – es gibt diese Momente, in denen man größer denken muss. Für die Kinder. Für die Schulen. Für das, was man gemeinhin „die Zukunft“ nennt, wenn man besonders bedeutungsvoll klingen möchte. Denn Hand aufs Herz: Wenn es um Bildung geht, darf man keine halben Sachen machen. Dann braucht es klare Linien, verständliche Ansagen und den Mut, Entscheidungen nicht nur zu prüfen, sondern auch zu treffen.
Man könnte fast sagen: Es wäre ein Glücksfall. Ein Bildungssystem, das weiß, woran es ist. Lehrkräfte, die nicht zwischen Konzeptpapieren und Realität pendeln müssen. Eltern, die verstehen, was beschlossen wurde – und warum. Kurz: ein bisschen mehr „so machen wir das jetzt“ und ein bisschen weniger „wir befinden uns noch im Abstimmungsprozess“. Natürlich – der Preis wäre hoch. Der Landkreis müsste verzichten. Die Menschen müssten stark sein. Man würde sich gelegentlich wehmütig erinnern und sagen: „Ja, sie fehlt.“ Aber zugleich könnte man sich trösten mit dem Gedanken, dass dieses Opfer nicht umsonst ist. Denn wenn es dem Nachwuchs dient, wenn es der Bildung zugutekommt – wer wollte da ernsthaft widersprechen? Deshalb: Fassen Sie Mut. Nehmen Sie Ihre Absage zurück. Solche Gelegenheiten kommen nicht einfach so vorbei. Wenn das Land ruft, dann vielleicht, weil es genau weiß, wen es braucht. Und der Landkreis? Der wird es tragen. Irgendwie. Zum Wohle aller. Mit aufrichtigem – und durchaus hoffnungsvollem – Blick nach Mainz.
Herzlichst




