Deckel drauf! Nach dem kräftezehrenden Großeinsatz in Heimweiler, bei dem zahlreiche Feuerwehrkameraden stundenlang unter hoher Belastung im Einsatz waren, entstand im Anschluss – wie es in solchen Fällen fast schon erwartbar ist – eine öffentliche Diskussion über angemessene Formen der Anerkennung. Der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kirner Land, Thomas Jung, hatte bereits unmittelbar an der Einsatzstelle seinen Dank an die eingesetzten Kräfte ausgesprochen. Eine richtige, schnelle und unaufgeregte Geste, wie sie in solchen Momenten kaum besser passen könnte. Stadtbürgermeister Frank Ensminger schlug in die gleiche Kerbe, als er einen Tag danach das Engagement der Feuerwehren insgesamt lobte.
Im weiteren Verlauf wurde von den Kirner-Land-Nachrichten die Frage aufgeworfen, wie diese Wertschätzung auch über den Einsatz hinaus sichtbar und konkret werden könnte. Daraus entwickelte sich ein Vorschlag, der in seiner Einfachheit fast schon verdächtig naheliegend wirkt: den beteiligten Feuerwehrkräften sowie ausdrücklich auch ihren Partnerinnen im Rahmen des „Romantischen Gartenfestes“ der Verbandsgemeinde – das zufällig auf den Muttertag fällt – freien Eintritt zu gewähren. Eine kleine Geste, ein symbolischer Handgriff, der sagen würde: Ihr habt euch verausgabt, wir sehen euch – und wir sehen auch die Menschen, die im Hintergrund mitziehen.
Der Gedanke wurde als Anfrage an die Verbandsgemeinde Kirner Land übermittelt, verbunden mit der Bitte um Rückmeldung, ob dieser Impuls innerhalb der Verwaltung diskutiert oder zumindest bewertet wird. Die Verwaltung bestätigte den Eingang und kündigte eine zeitnahe Beantwortung an. Soweit, so normal – schließlich beginnt Verwaltungsarbeit traditionell dort, wo spontane Sympathie auf Zuständigkeitsfragen trifft. Nur: Eine inhaltliche Antwort blieb bislang aus. Schweigen statt Stellungnahme. Oder, weniger poetisch formuliert: Der Vorgang hat offenbar den bekannten Zustand erreicht, in dem eine Idee zwischen „netter Gedanke“ und „bitte nicht weiter verfolgen“ in der internen Ablage verschwindet.
Und so bleibt als leise Pointe die Erkenntnis, dass ausgerechnet ein Muttertag als Bühne für eine kleine Geste der Anerkennung zwar gut in eine Kolumne passt – aber offenbar weniger gut in einen Verwaltungsablaufplan. Vielleicht fühlt sich niemand zuständig, vielleicht fühlt sich jemand in die Enge gedrängt, vielleicht ist es aber auch schlicht der klassische Fall von kommunaler Schwerelosigkeit: Ein Vorschlag steigt auf, wird kurz registriert – und verschwindet dann irgendwo zwischen Eingangsbuch, Abstimmungsschleifen und der großen Kunst des Nichtbeantwortens. Freier Eintritt für Feuerwehrangehörige ist also nicht.




