Zur Aussetzung der Schülerfahrkarten im Monat Juli schreibt die FDP in einer Pressemeldung

Thomas Bursian (FDP) nimmt zur aktuellen Diskussion um die Aussetzung der Schülerfahrkarten im Monat Juli Stellung. Dabei geht es nicht nur um die schwierige Haushaltslage des Landkreises, sondern vor allem um die Frage, wie soziale Gerechtigkeit und Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen auch in finanziell angespannten Zeiten gewährleistet werden können.

„Die Diskussion um die Aussetzung der Schülerfahrkarten von unseren Kreisschülern im Monat Juli zeigt einmal mehr das Spannungsfeld zwischen finanzieller Realität und sozialer Gerechtigkeit im Landkreis. Unbestritten ist: Der Landkreis befindet sich in einer äußerst schwierigen bis desolaten finanziellen Lage. Die Einsparung von rund einer halben Million Euro ist aus Sicht der Verwaltung derzeit offenbar nicht verzichtbar. Diese Realität muss ehrlich benannt werden. Allerdings greift das vom Kreis vorgebrachte Gerechtigkeitsargument nur teilweise. Die Kreisverwaltung argumentiert, Schülerinnen und Schüler ohne reguläre Schülerfahrkarte hätten in den Sommermonaten keine Möglichkeit, zusätzliche Mobilität und damit mehr Freizeitangebote wahrzunehmen. Dieser Gedanke ist grundsätzlich nachvollziehbar. Doch gleichzeitig existieren bereits heute Angebote, die eben nicht allen Kindern und Jugendlichen gleichermaßen offenstehen. So profitieren Kinder und deren Freunde von Beschäftigten der Kreisverwaltung, der Sparkasse sowie der kommunalen Busgesellschaft von speziellen Ferienprogrammen der Kreisverwaltung.. Gegen einen überschaubaren Eigenanteil und mit Zuschüssen der Sparkasse sowie starkem personellem Einsatz und Sachkosten werden dort attraktive Freizeitangebote organisiert, die Kinder der Verwaltungsbeschäftigten erfreuen und Eltern entlasten.

Die entscheidende Frage lautet daher: Warum gibt es vergleichbare Möglichkeiten nicht für alle Kinder und Jugendlichen im Landkreis? Seit Jahren fordert die FDP die Einführung eines Ferienpasses, der allen jungen Menschen – unabhängig vom Einkommen ihrer Eltern – einen barrierefreien Zugang zu Freizeit-, Kultur- und Mobilitätsangeboten ermöglicht. Leider verweigert sich die Kreisverwaltung bislang weiterhin einer solchen Lösung, bzw. sieht sich nicht in der Lage. Warum eigentlich nicht? Gibt es Kreiskinder der ersten und zweiten Klasse? Gerade in schwierigen Zeiten darf Freizeit nicht vom Status der Eltern abhängen. Kinder und Jugendliche werden regelmäßig als „unsere Zukunft“ bezeichnet. Dann sollte diese Zukunft auch konkret unterstützt werden – mit fairen Chancen auf Teilhabe, Erholung und gemeinsame Erlebnisse in den Ferien. Wer soziale Gerechtigkeit ernst meint, darf nicht nur sparen, sondern muss gleichzeitig dafür sorgen, dass allen Kindern echte Teilhabe ermöglicht wird.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert