Podiumsdiskussion zum Thema Gesundheitsversorgung: Hat die Politik das Kirner Krankenhaus aufgegeben?

Lassen wir den Wahlkampf mal beiseite. Bei der heutigen Veranstaltung „Medizinische Versorgung: Was braucht Kirn?“, organisiert von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, spielte Parteipolitik keine Rolle. Dass das Kirner Krankenhaus erhalten bleiben muss, darüber sind sich ohnehin alle einig. Umso erschreckender war für viele Teilnehmende, dass aus der kommunalpolitischen Familie kaum jemand der Diskussion beiwohnte – und dies, obwohl es um die existenzielle medizinische Versorgung im Kirner Land geht. VG-Bürgermeister Thomas Jung begrüßte die Anwesenden zwar, entschuldigte sich anschließend jedoch mit einem anderen Termin und verließ die Veranstaltung. „Was kann wichtiger sein als das Kirner Krankenhaus?“, fragte ein Gast sichtlich verärgert. Auch das Ausbleiben von Stadtbürgermeister und anderen Stadtvertretern wurde nicht nur einmal, sondern mehrfach aus verschiedenen Kehlen kritisch angemerkt.

Hat die Politik, haben die Menschen das Kirner Krankenhaus aufgegeben? Diese Frage zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung und wurde auch offen ausgesprochen. Kritik richtete sich dabei sowohl an die Politik als auch an die Stiftung kreuznacher diakonie, deren Fernbleiben deutlich missfallen hervorrief. Mehrfach war aus dem Publikum zu hören, es sei ein Unding, wenn sich niemand der Verantwortlichen aus Bad Kreuznach blicken lasse. Aufgegeben haben jedoch weder die Mitglieder der Bürgerinitiative noch die zahlreich erschienenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des kleinen Krankenhauses am Rande der Stadt. Verdeutlicht wurde vielmehr ein zunehmendes Wahrnehmungsproblem: Viele potenzielle Patientinnen und Patienten machten inzwischen einen großen Bogen um das Haus. Meist aus Unkenntnis über das noch immer vorhandene Leistungsspektrum.

Zu Unrecht, wie diejenigen betonten, die die Situation aus eigener Erfahrung kennen. Als zentraler Grund wurde die mangelhafte Außendarstellung des Krankenhauses benannt. Dennoch entwickelte sich eine lebhafte und vor allem konstruktive Diskussion, die stark von der Praxis geprägt war. Diese Praxis verkörperte in besonderer Weise Oberarzt Rudolf Benz. Der höchst angesehene Chirurg fand klare und eindringliche Worte zur aktuellen Situation der medizinischen Versorgung und hielt mit Kritik nicht hinter dem Berg. Seine Einschätzungen trafen auf breite Zustimmung. Was der Mediziner zu sagen hatte und welche weiteren Aspekte in die Diskussion einflossen, darüber werden wir noch berichten.

3 thoughts on “Podiumsdiskussion zum Thema Gesundheitsversorgung: Hat die Politik das Kirner Krankenhaus aufgegeben?

  1. Vorab: Es war eine gelungene Veranstaltung. Trotz Absage des Hauptgastes, Herrn J.Winkler, MdL und Mitglied des Gesundheitsauschuss im Landtag. Für diese Veranstaltung können wir uns als BI bei den Grünen durchaus bedanken. Es steht anderen Parteien offen solche Podiumsdiskussionen durchzuführen. Wie parteipolitisch kleinkariert gedacht wird konnten wir auch feststellen. Anwesenheit: Bürgermeister/0, Stadtrat/0, VG-Rat/0. Super positiv: Die hohe Anzahl der Beschäftigten des KIRNER KRANKENHAUS, die querbeet vertreten waren. Ob Arzt, Pflege- oder therapeutisches Personal. Ihr wart eine Bereicherung! Danke dafür! Und vielen Dank an Herr Lars Medinger und sein Team, daß Ihr dieses wichtige Thema für eine eigenständige Veranstaltung genutzt habt.

  2. Zur Podiumsdiskussion Kirner in Krankenhaus Ich war selber anwesend und war erschreckt wie das Kirner Krankenhaus in der Öffentlichkeit wahr genommen wird.Von ich weiß gar nicht was die noch machen oder ist es schon zu .Alles gemachte Aussagen.Das schlimmsten aber ist das sich die kommunale Politik sowie alle Gewerbe treibende sowie soziale Einrichtungen Altersheime Schulen usw.nicht bewusst was es bedeutet was es für die Menschen in Kirn und Umgebung bedeutet wenn kein Krankenhaus und Rettungswache vorhanden ist..Man muss hierzu nichts erklären jeder kann sich vorstellen wenn ein Schwerverletzter oder Schlaganfall Patient auf einen Krankenwagen 30Minuten warten muss weil keine Erstversorgung vorhanden ist welchen Weg er gehen müsste im schlimmsten Fall.Wir haben ja in Kirn einen schönen Friedhof.Und damit mache ich die Politik dafür erantwortlich sowie den Träger die DIAKONIE sowie alle die nicht um dieses Krankenhaus kämpfen.

  3. Die Diskussion um das Kirner Krankenhaus offenbart eine Tragikomödie der zwischenmenschlichen Beziehungen im Gesundheitswesen. Der Zustand in der Diskussion
    um die gesundheitlichen Versorgung unserer Bevölkerung offenbart , wie um des Geldes wegen
    eine wichtige Einrichtung durch eine übergeordnete Gesellschaft abgeschrieben wird. Früher glaubte ich einmal, dass die Diagnose den Zustand bestehender Institutionen notwendig macht, nach denen man behandeln kann. Es ist aber jetzt irgendwie paradox, wie man glaubt mit zukünftigen Patienten und deren Leben umgehen zu können , so kurz vor einer Wahl.

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