Post definitiv raus, Suche läuft weiter: Neue Rettungswache für Kirn in der Mache

Manchmal hilft schon ein altmodischer Griff zum Telefonhörer. Denn wer nicht fragt, bleibt bekanntlich dumm – oder zumindest im Ungewissen. Nach mehreren Berichten, die eher aus der Hüfte geschossen waren, zeigt sich beim Thema neue Rettungswache in Kirn nun: Hinter den Kulissen passiert deutlich mehr, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Entgegen dem verbreiteten Eindruck, in Kirn werde seit Jahren nur geprüft, geprüft und nochmals geprüft, wird tatsächlich mit Hochdruck an einer neuen Rettungswache gearbeitet. Das erklärte Ralf Nicolay von der Koordinierungsstelle und Qualitätssicherung Rettungsdienst bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen auf Anfrage. Demnach steht man in engem Austausch mit Frank Ensminger, dem Bürgermeister der Stadt Kirn. Der Eindruck, es gehe nichts voran, täusche, betont Nicolay. Derzeit würden verschiedene Standorte geprüft und potenzielle Flächen fachlich bewertet. Einfach sei diese Aufgabe allerdings nicht – Kirn sei bei der Suche nach geeigneten Grundstücken kein leichtes Pflaster.

Offiziell möchte man über konkrete Standorte derzeit nicht sprechen. Gleichwohl ist der Kirner Flurfunk wie immer bestens informiert. Dort kursieren seit Längerem Namen wie die ehemalige Wäscherei Schäfer oder das Grundstück hinter dem neuen Haus Bodtländer in zweiter Reihe der Sulzbacher Straße. Auch der Öffentliche Anzeiger berichtete zuletzt über die beiden Grundstücks-Vorschläge der Stadt. Gibt es noch weitere? Nichts genaues weiß man nicht. Die Bahnrampe scheint raus, weil die Verhandlungen mit der Bahn ins Leere liefen. Wobei, Ensminger möchte noch einmal nachfassen und einen weiteren Vorstoß wagen. Klar ist hingegen, was laut Nicolay definitiv nicht infrage kommt: Die ehemalige Post in der Bahnhofstraße ist aus der Verlosung. Zum einen benötigt die Verbandsgemeinde Kirner Land das Gelände für den eigenen Bauhof, zum anderen liegt das an sich perfekte Grundstück in einem ausgewiesenen Hochwassergebiet. Eine Rettungswache als kritische Infrastruktur lasse sich dort nicht realisieren. Punkt!

Fest steht dennoch: Gebaut wird in Kirn. In der Prioritätenliste des neu zugeschnittenen Zuständigkeitsbereichs steht die Stadt weit oben. Auch wenn aktuell weder Bagger noch Bauzäune zu sehen sind, geschehe im Hintergrund „eine ganze Menge“, insbesondere bei Standortfragen und in der Planung. Geduld ist allerdings weiterhin gefragt. Zur Zeitschiene könne man derzeit keine konkreten Angaben machen. Wann die ersten Pflöcke eingeschlagen werden, sei noch offen. Das mag für viele Beobachter unbefriedigend klingen – sei aber nun einmal so. Die Quintessenz nach dem Telefonat: Es wird gearbeitet. Man sieht es nur (noch) nicht.

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