Werbetafel: Willkommen im Museum der verschwundenen Läden

Ein Blick ins Schaufenster der Vergangenheit: Eine Bildzusendung aus den 1970er-Jahren zeigt Kirn, als es noch mehr Geschäfte als Parkplätze gab und Schaufenster nicht mit „Zu vermieten“-Schildern dekoriert waren. Damals war die Stadt ein wahres Eldorado für Einkaufsfreudige – heute das Plakat oben mit Thermometer fast wie Science-Fiction. Namen wie Cullmann & Stroh, Krauer, Schöps, Matzenbach oder Schätzel prangten einst selbstbewusst an den Fassaden. Heute kennt sie vor allem noch, wer beim Erzählen gern mit „Weißt du noch?“ beginnt. Von den wirtschaftlichen Eckpfeilern des letzten Jahrtausends steht – mit stoischer Gelassenheit – nur noch die Brauerei. Sie hat offenbar das Erfolgsrezept gefunden: einfach alt werden und nicht umfallen.

Die übrigen Geschäfte hingegen haben sich unauffällig verabschiedet. Manche leise, andere spektakulär – alle endgültig. Der Strukturwandel hat ganze Arbeit geleistet und Kirn beigebracht, dass Tradition zwar schön ist, aber leider nicht automatisch die Miete zahlt. Die Bilder erinnern daran, dass Stadtgeschichte vergänglich ist – und dass das, was heute als „unverzichtbar“ gilt, morgen schon Stoff für nostalgische Bildstrecken liefern kann. Immerhin: Sollte es je eine Ausstellung über verschwundene Kirner Geschäfte geben, etwas an Bildmaterial liegt jetzt schon bereit.

3 thoughts on “Werbetafel: Willkommen im Museum der verschwundenen Läden

  1. Ich erinnere mich noch an den kleinen Quelle-Laden links neben dem Schätsel. Ich habe mein Taschengeld immer monatelang gespart und dort Gameboy-Spiele gekauft.
    Super Mario Land 2 habe ich zum Beispiel genau von da.

    1. Och hatte in jungbluth gelernt was gab es viele Geschäfte heute ist Kirn ausgestorben das tut weh aber die Zeit ist nicht gut

  2. Sehr interessant! Typografisch würde ich das noch früher als die 1970er Jahre ansiedeln – und wann fiel der Begriff »Damenputz« außer Gebrauch? – aber vielleicht kann sich ja noch jemand erinnern, wann dieses oder jenes Geschäft verschwand.

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