Die SPD vor Ort: Sonne, Strom und Selbstzufriedenheit

Wenn Wahlkampf naht, steigt nicht nur der politische Gesprächsbedarf, sondern auch die Dichte der Ortstermine. In Hochstetten-Dhaun nutzte die SPD die Baustelle der Großflächen-Fotovoltaikanlagen, um sich geschlossen als Gestalterin der Energiewende zu inszenieren. Staatssekretär, Landtagsabgeordneter, Kreisbeigeordneter und diverse Ratsmitglieder versammelten sich pflichtbewusst zwischen Acker und Anlage und lauschten Ausführungen zu Hektarzonen, Offenlageverfahren und Flächentausch – politische Fachbegriffe, die zuverlässig Kompetenz signalisieren. Dass wesentliche Teile des Projekts noch im Planungs- und Genehmigungsstadium stecken, störte die harmonische Grundstimmung nicht weiter. Schließlich reicht es im Vorwahlkampf völlig aus, wenn etwas „auf einem guten Weg“ ist.

Dieses bewährte Narrativ funktioniert auch andernorts – Hennweiler lässt grüßen. Alles offenbar easy peasy: alles im Griff, alles im Fluss, Probleme maximal theoretischer Natur. Und wenn schon keine Zeitung einen Reporter schickt, dann übernimmt man die Berichterstattung eben selbst. Der Pressebericht ist geschrieben, das Gruppenfoto gemacht, die Botschaft klar: Wir waren da. Besonders zukunftsträchtig wirkte die Erwähnung des geplanten 35-Megawatt-Batteriespeichers – Zukunft in Reinform, bislang allerdings hauptsächlich als PowerPoint-Folie. Fragen zu Einspeisepunkten und Genehmigungen wurden vorsorglich erwähnt, um sie anschließend routiniert zu relativieren. Entscheidend war ohnehin etwas anderes: Nicht, wie weit das Projekt ist, sondern wer davor stand. Und das war – wenig überraschend – die SPD. Wer sonst?