Selbstversuch: Vom Zweifel zur Richtung – Was mir der Wahl-O-Mat wirklich sagt

Die Landtagswahl rückt näher – und mit ihr diese leise, aber hartnäckige Frage: Wo setze ich mein Kreuz? Der Wahl-O-Mat ist dabei wie ein politischer Spiegel. Er sagt mir nicht, was ich wählen soll, aber er zeigt mir, wo ich stehe. Der ist seit heute scharf geschaltet. Und das Ergebnis meines Selbstversuchs ist durchaus interessant. 66,7 Prozent Übereinstimmung mit Volt Deutschland – eine Partei, die noch nicht zu den klassischen Platzhirschen gehört, aber offenbar viele meiner Positionen teilt. Knapp dahinter folgt die Ökologisch-Demokratische Partei mit 65,4 Prozent. Zwei Parteien also, die nicht den politischen Alltag dominieren, mir aber programmatisch offenbar näherstehen als gedacht. Dann das bekannte Mittelfeld: Christlich Demokratische Union Deutschlands, Bündnis 90/Die Grünen und Sozialdemokratische Partei Deutschlands – alle mit etwas über 60 Prozent. Parteien, die seit Jahren Verantwortung tragen, die das politische Bild prägen, die für Stabilität stehen – und doch bei mir offenbar keine klare Begeisterung auslösen.

Dahinter reihen sich Die Linke, Freie Demokratische Partei und Bündnis Sahra Wagenknecht ein – mit soliden, aber eben nicht überzeugenden Werten. Und ganz am Ende: die Alternative für Deutschland mit 43 Prozent. Auch das ist eine Form der Klarheit. Doch was heißt das nun? Ist eine Übereinstimmung von 66,7 Prozent schon ein politisches Zuhause? Wohl kaum. Der Wahl-O-Mat liefert Denkanstöße, aber keine fertigen Antworten. Vielleicht bestätigt er nur das diffuse Gefühl, das viele in der politischen Mitte umtreibt: Es gibt Schnittmengen, es gibt Sympathien – aber keine Partei, die alle Erwartungen erfüllt. Und vielleicht ist genau das die ehrlichste Erkenntnis dieses Tests. Am Ende bleibt die Wahl eine Frage der Prioritäten. Welche Themen sind mir wirklich wichtig? Wo bin ich bereit, Kompromisse einzugehen? Wähle ich strategisch – oder aus Überzeugung? Der Wahl-O-Mat ist ein hilfreicher Startpunkt. Die Entscheidung selbst aber bleibt meine eigene.

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