Petition verhallt, Bagger rollt: Diakonie beginnt mit Umbau der Zentralen Notaufnahme in Bad Kreuznach

Die Diakonie informiert auf ihrer Webseite: Seit Mitte Februar laufen bei den Kliniken Bad Kreuznach die Vorbereitungen für die bauliche Erweiterung der Zentralen Notaufnahme an der Ringstraße. In den kommenden Wochen wird hinter der bestehenden Notaufnahme ein Kran aufgestellt, die Bauzeit ist mit rund zehn bis zwölf Monaten angesetzt. Währenddessen bleiben beide Notaufnahmen in Bad Kreuznach – sowohl an der Ringstraße als auch am Standort St. Marienwörth in der Mühlenstraße – uneingeschränkt geöffnet. Perspektivisch soll die Akut- und Notfallversorgung an einem Standort gebündelt werden. Geplant sind drei Schockräume, 22 Behandlungsplätze sowie ein Überwachungsbereich mit bis zu acht Betten. Laut Diakonie bringt die neue Struktur klare Vorteile: kürzere Wege, effizientere Abläufe und eine bessere Patientensteuerung. Der Standort Ringstraße verfüge bereits über zwei moderne Herzkatheterlabore, erweiterte OP-Kapazitäten, eine leistungsfähige Intensivstation sowie das regionale Traumazentrum – wichtige Voraussetzungen für die schnelle Versorgung schwerverletzter und kritisch kranker Patienten. Auch der Rettungsdienst unterstütze die Bündelung, da Doppelstrukturen reduziert und zeitkritische Notfälle wie Herzinfarkte oder schwere Verletzungen ohne Verzögerung direkt weiterbehandelt werden könnten.

Die Pläne waren jedoch nicht unumstritten. Sage und schreibe 6.376 Menschen unterzeichneten eine Petition gegen die angekündigte Schließung der Zentralen Notaufnahme in der Mühlenstraße, der Aufschrei im Netz war insgesamt negativ. Die Initiatoren verwiesen auf die moderne Ausstattung und warnten vor einer möglichen Verschlechterung der regionalen Versorgung. Ähnlich lauteten die vielen Kommentare. Die Petition ist inzwischen beendet, an der strukturellen Neuausrichtung hält der Träger fest – das war auch nicht anders zu erwarten. Die Profis werden schon wissen, was das Beste für die Patienten ist. Hurra, hinterher wird also alles tiptop für Notfallpatienten. Bleibt die Frage, ob eine Bündelung tatsächlich die versprochene Verbesserung bringt. Unter uns, gehen solche Synergieeffekte nicht häufig mit schrittweisen Serviceverlusten oder Personalabbau einher, wie man es aus anderen Zusammenlegungen aus den verschiedensten Bereichen kennt? Die Diakonie betont, das Gegenteil sei der Fall und man werde leistungsstärker. Auch wenn es schwerfällt, wollen wir ihr Glauben schenken.

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