Der FDP-Kommunalpolitiker Thomas Bursian hält der Kreisverwaltung den Spiegel vor – allerdings keinen aus dem Landratsbedarf, sondern einen aus der Realität. Anlass ist der geplante Zuwachs von rund 16 neuen Stellen, 25.000 zusätzlichen Arbeitsstunden pro Jahr und Kosten von etwa einer Million Euro. Für Bursian ist das kein Verwaltungsdetail, sondern ein weiterer Beweis dafür, dass Personalaufbau inzwischen als Selbstzweck betrieben wird.Die Begründungen seien dabei so verlässlich wie ein Behördenstempel: Bund und Land laden immer neue Aufgaben ab, alle anderen machen es genauso, die Kosten liegen „im Schnitt“, Fachkräfte seien unverzichtbar – und Künstliche Intelligenz? Nett fürs Zukunftsforum, aber bitte nicht für die Praxis.
Genau hier werde es absurd: Verwaltung erkläre sich kurzerhand für alternativlos und damit für reformimmun. Bursian fordert, was in Unternehmen und Familien Alltag ist: Wer mehr ausgibt, muss an anderer Stelle sparen. In der Verwaltung dagegen gelte offenbar das Naturgesetz, dass neue Stellen einfach wachsen dürfen – bevorzugt gedüngt durch befristete Förderprogramme, die nach der Anschubphase dauerhaft auf der Gehaltsliste landen. Besonders pikant: Der Kreis habe viele Aufgaben selbst kommunalisiert – von Grünpflege bis Busverkehr – stets mit Effizienzversprechen, die heute niemand mehr finden kann. Gleichzeitig werde kaum geprüft, ob Homeoffice, Digitalisierung oder Krankheitsstatistiken überhaupt Produktivitätsgewinne gebracht haben.
Während jeder achte Beschäftigte inzwischen im öffentlichen Dienst arbeitet, werde Bürokratie langsam zum Standortfaktor – allerdings zum negativen. Dabei seien digitale Prozesse und KI längst in der Lage, Routinetätigkeiten zu erledigen. Doch statt die Verwaltung zu modernisieren, werde weiter Personal gebunden, als müsse man bei der Diesellok noch den Heizer einstellen. Bursians Fazit fällt trocken aus: Mehr Bürokratie macht keinen Wohlstand. Mehr Effizienz schon. Jetzt sei es Zeit für ein Stoppsignal – bevor die Verwaltung endgültig zur größten Wachstumsbranche des Kreises wird.




